Wer legt die Urlaubstage eines Au-pairs fest?
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Wer legt die Urlaubstage eines Au-pairs fest?

Esther 11 Aug 2026 50 likes

Oft beginnt es mit einer völlig logischen Annahme.


Eine Gastfamilie bucht einen zweiwöchigen Sommerurlaub. Da sie während ihrer Abwesenheit keine Kinderbetreuung benötigen, denken sie ganz natürlich: „Das ist der perfekte Zeitpunkt, damit auch unser Au-pair Urlaub machen kann.“ Auf den ersten Blick ergibt das Sinn. Wenn keine Arbeit anfällt, warum sollten diese zwei Wochen dann nicht als Urlaubszeit zählen?
Doch für viele Au-pairs schleichen sich genau hier Enttäuschungen ein. Eines der häufigsten Missverständnisse bei Au-pair-Aufenthalten dreht sich nicht um Kinderbetreuung oder Hausregeln, sondern um das Thema Urlaub – genauer gesagt darum, wer entscheidet, wann diese kostbaren freien Tage genommen werden.


Ein Au-pair kommt in eine Familie, um bei der Kinderbetreuung zu helfen, nimmt aber gleichzeitig an einem kulturellen Austausch teil. Für das Au-pair ist Urlaub nicht bloß eine Arbeitspause; es ist eine Gelegenheit zu reisen, Freunde zu besuchen, Sprachkenntnisse zu verbessern oder das Land zu erkunden, das für eine gewisse Zeit zur neuen Heimat geworden ist. Wenn jeder Urlaubstag vom Zeitplan der Familie bestimmt wird, können diese Chancen schnell verloren gehen. Das bedeutet nicht, dass die Bedürfnisse der Gastfamilie unwichtig sind. Schulferien, berufliche Verpflichtungen und Familienreisen prägen den Alltag, und es ist nur natürlich, dass sie auch die Urlaubsplanung beeinflussen. Probleme entstehen erst dann, wenn der Zeitplan der einen Partei automatisch zur Vorgabe für die andere wird.


Die erfolgreichsten Au-pair-Erfahrungen kommen selten dadurch zustande, dass alles exakt nach Plan läuft. Sie gelingen, weil sich beide Seiten gehört fühlen. Manche Familien stimmen einen Teil ihres eigenen Urlaubs mit der freien Zeit des Au-pairs ab, lassen aber auch einige Tage offen, über die das Au-pair selbst verfügen kann. Andere setzen sich lieber zu Jahresbeginn zusammen, um wichtige Termine zu planen. Keiner dieser Ansätze ist richtig oder falsch; entscheidend ist, dass die Entscheidung gemeinsam getroffen wird, anstatt sie einfach als gegeben hinzunehmen. Wie so viele Aspekte des Au-pair-Lebens ist auch dies eigentlich keine Geschichte über Urlaubstage. Es ist eine Geschichte über Kommunikation. Urlaubstage mögen wie ein nebensächliches Detail erscheinen, doch oft offenbaren sie etwas viel Bedeutenderes. Die besten Au-pair-Vereinbarungen basieren nicht auf Annahmen, sondern auf Gesprächen. Wenn sowohl die Gastfamilie als auch das Au-pair bei der Planung mitbestimmen, wird die Urlaubszeit zu dem, was sie eigentlich sein soll: eine Gelegenheit für alle, erholt und mit gegenseitigem Respekt zurückzukehren – bereit für das nächste gemeinsame Kapitel.

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