Ein Au-pair kostet eine Gastfamilie mehr als das monatliche Taschengeld. Die Familie zahlt 280 € Taschengeld, beteiligt sich mit 70 € pro Monat an tatsächlich anfallenden Kosten für einen Deutschkurs, übernimmt die notwendige Fahrt zum nächstgelegenen geeigneten Kurs, stellt Unterkunft und Verpflegung kostenlos bereit und bezahlt die erforderlichen Versicherungen. Hinzu kommen höhere Haushaltskosten und mögliche freiwillige Leistungen.
Kurzantwort: Bei zwölf Monaten ergeben Taschengeld und Sprachkurszuschuss zusammen bis zu 4.200 €. Versicherung, Lebensmittel, Nebenkosten, Unterkunft und die Fahrt zum Sprachkurs sind darin noch nicht enthalten. Der Betrag ist daher eine Untergrenze, kein vollständiges Jahresbudget.
Individuelle Planung: Melde dich in deinem Auost-Konto an und öffne den Tab „Program“. Dort findest du ausführliche Informationen zu Kosten, Versicherungen, Vertrag, Visum und den nächsten Schritten für deine Situation.
Die wichtigsten Kosten auf einen Blick
| Kostenpunkt | Betrag | Üblicher Kostenträger | Wichtiger Hinweis |
| Taschengeld | 280 € pro Monat | Gastfamilie | Kein Stundenlohn; der Betrag sinkt nicht, wenn weniger als 30 Stunden eingeplant werden. |
| Zuschuss zum Deutschkurs | 70 € pro Monat | Gastfamilie | Bei tatsächlich anfallenden berücksichtigungsfähigen Kurskosten; bis zu 840 € in zwölf Monaten. |
| Fahrt zum Sprachkurs | Variabel | Gastfamilie | Die notwendige Fahrt zum nächstgelegenen geeigneten Kurs wird zusätzlich übernommen. |
| Kranken- und Unfallversicherung | Variabel | Gastfamilie | Der Schutz muss Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie Unfall umfassen. |
| Unterkunft und Verpflegung | Variabel | Gastfamilie | Ein geeignetes Zimmer und volle Verpflegung werden kostenlos bereitgestellt. |
| An- und Rückreise | Variabel | In der Regel das Au-pair | Die Familie kann sich freiwillig beteiligen. |
| Nationales Visum | In der Regel 75 € | In der Regel antragstellende Person | Ermäßigungen oder Befreiungen sind möglich; spätere Aufenthaltstitel können extra kosten. |
| Plattform oder Agentur | Variabel | Anbieterabhängig | Leistungsumfang für Vermittlung und Betreuung vergleichen. |
Fixkosten für sechs, neun und zwölf Monate
Die folgende Rechnung enthält nur Taschengeld und Sprachkurszuschuss. Beim Zuschuss wird angenommen, dass in jedem Monat entsprechende Kurskosten entstehen.
| Dauer | Taschengeld | Sprachkurszuschuss | Fixe Basis |
| 6 Monate | 1.680 € | 420 € | 2.100 € |
| 9 Monate | 2.520 € | 630 € | 3.150 € |
| 12 Monate | 3.360 € | 840 € | 4.200 € |
Für ein realistisches Monatsbudget gilt:
280 € Taschengeld + bis zu 70 € Kurszuschuss + Versicherung + Lebensmittel und Nebenkosten + Kursfahrt + freiwillige Leistungen und Servicegebühren.
Versicherung, Lebenshaltung und Nahverkehr sind meist die größten variablen Posten. Aktuelle Angebote sind verlässlicher als eine pauschale bundesweite Schätzung.
Was ist beim Taschengeld zu beachten?
Das Taschengeld ist für die persönlichen Ausgaben des Au-pairs gedacht. Es ist kein Stundenlohn. Auch wenn die Familie in einer Woche weniger als die zulässigen 30 Stunden Unterstützung benötigt, bleibt der volle Monatsbetrag geschuldet.
Zimmer und Essen kommen hinzu und dürfen nicht vom Taschengeld abgezogen werden. Im schriftlichen Vertrag sollten Auszahlungstermin und Zahlungsweise festgehalten sein. Bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit sieht das Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit die Weiterzahlung des Taschengelds für bis zu sechs Wochen vor.
Beginnt oder endet der Aufenthalt mitten im Monat, sollten beide Seiten vorab klären, wie der Teilmonat abgerechnet wird.
Deutschkurs und Fahrtkosten
Der Spracherwerb ist ein Kernziel des Au-pair-Programms. Die Familie muss Zeit für einen Deutschkurs ermöglichen und zahlt für jeden Monat mit entsprechenden Kurskosten einen Zuschuss von 70 €. Über zwölf Monate sind das bis zu 840 €.
Zusätzlich trägt die Gastfamilie die notwendige Fahrt zum nächstgelegenen geeigneten Kurs. Je nach Wohnort kann das ein Monatsticket oder die Erstattung einzelner Fahrten sein. Besonders auf dem Land sollten Kursort, Zeiten und Verkehrsanbindung vor Vertragsabschluss geklärt werden.
Ist der gewählte Kurs teurer als der Zuschuss, sollte schriftlich feststehen, wer die Differenz, Lehrmaterialien und eventuelle Prüfungsgebühren übernimmt.
Versicherung: Pflicht der Gastfamilie
Die Gastfamilie schließt die Versicherung ab und trägt die Beiträge. Abgedeckt sein müssen:
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Krankheit;
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Schwangerschaft und Geburt; sowie
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Unfall.
Der Preis hängt unter anderem von Anbieter, Alter, Leistung, Selbstbeteiligung und Dauer ab. Wichtig ist, dass der Tarif ausdrücklich für Au-pairs geeignet ist und den gesamten Aufenthalt abdeckt. Ausschlüsse und Wartezeiten gehören vor Abschluss geprüft. Eine Privathaftpflicht wird häufig zusätzlich empfohlen; Umfang und Bedarf sind für den Einzelfall zu klären.
Eine normale Reiseversicherung oder eine ausländische Versicherungskarte reicht nicht automatisch aus. Beide Seiten sollten vor der Einreise eine Bestätigung und Zugriff auf die Unterlagen haben.
Unterkunft, Essen und laufende Haushaltskosten
Das Au-pair lebt normalerweise im Haushalt der Gastfamilie und erhält ein geeignetes eigenes Zimmer. Die Verpflegung erfolgt grundsätzlich wie bei den übrigen Familienmitgliedern – auch an freien Tagen und während üblicher Abwesenheiten der Familie. Im Haushaltsbudget können deshalb steigen:
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Lebensmittel und Haushaltswaren;
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Strom, Heizung, Wasser und Internet;
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Bettwäsche, Handtücher und Grundausstattung;
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vereinbarte besondere Ernährung; sowie
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Ausgaben auf gemeinsamen Reisen.
Diese Kosten dürfen nicht über Abzüge beim Taschengeld zurückgeholt werden. Kann die Familie zeitweise kein Essen bereitstellen, sollte eine angemessene Verpflegungspauschale vereinbart werden.
Wer zahlt Visum und internationale Reise?
Visumantrag sowie An- und Rückreise bezahlt üblicherweise das Au-pair, sofern nichts anderes vereinbart ist. Ein nationales deutsches Visum kostet normalerweise 75 €. Ermäßigungen und Befreiungen können gelten; Gebühren für einen Aufenthaltstitel nach der Einreise können zusätzlich anfallen.
Eine freiwillige Beteiligung der Gastfamilie sollte eindeutig schriftlich geregelt werden. Unklare Schulden oder eine Rückzahlungspflicht, die das Au-pair zum Bleiben drängt, sind zu vermeiden. Flexible Buchungen mindern das Risiko bei verzögerter Bearbeitung.
Mehr dazu: Au-pair-Visum für Deutschland: Antrag und Ablauf.
Freiwillige Zusatzkosten
Viele Gastfamilien planen außerdem Geld ein für:
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Plattform-, Vermittlungs- oder Betreuungsleistungen;
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ein Nahverkehrsticket über die Kursfahrten hinaus;
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deutsche SIM-Karte oder Handyzuschuss;
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Fahrrad und Sicherheitsausstattung;
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Eintrittskosten bei Familienausflügen;
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Willkommenspaket oder Zuschuss zu Winterkleidung;
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zusätzliche Kurs- oder Prüfungsgebühren; und
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gemeinsam vereinbarte Reisen.
Bei Familienurlauben muss klar sein, ob die Zeit Arbeitszeit, Freizeit oder Urlaub des Au-pairs ist. Wird Betreuung erwartet, übernimmt die Familie die damit verbundenen Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten.
Sieben typische Fehler bei der Kalkulation
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Nur 280 € pro Monat ansetzen. Das Taschengeld ist nur ein Teil der Gesamtkosten.
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Kurszuschuss einplanen, Fahrt vergessen. Die notwendige Kursfahrt kommt extra hinzu.
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Versicherung nur nach Preis auswählen. Entscheidend ist der tatsächliche Schutz.
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Zimmer oder Essen abziehen. Beides wird unabhängig vom Taschengeld gestellt.
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Zusatzleistungen offenlassen. Ticket, Handy oder Reisezuschuss schriftlich vereinbaren.
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Zu früh unflexibel buchen. Termine und Bearbeitungszeiten für Visa schwanken.
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Au-pair mit Vollzeitbetreuung verwechseln. Die Aufgaben sind auf sechs Stunden täglich und 30 Stunden wöchentlich begrenzt.
Das Budget vor dem Match besprechen
Vor einer Zusage sollten beide Seiten das gesamte Monatsbudget klären: Auszahlung des Taschengelds, Kurs und Fahrt, Versicherung, Essen bei Abwesenheit der Familie, Urlaub, freiwillige Leistungen und Folgen einer vorzeitigen Beendigung. Ein schriftlicher und realistischer Plan beugt späteren Konflikten vor.
Prüfe außerdem, ob der Aufenthalt alle formalen Voraussetzungen erfüllt. Lies dazu Au-pair-Voraussetzungen in Deutschland oder gehe zurück zum großen Au-pair-Ratgeber für Deutschland.
Häufige Fragen
Wie viel Taschengeld erhält ein Au-pair in Deutschland?
Der vorgesehene Betrag liegt bei 280 € pro Monat. Unterkunft, Verpflegung, Kurszuschuss und Versicherung kommen separat hinzu.
Ist der Zuschuss von 70 € zum Sprachkurs Pflicht?
Die Gastfamilie zahlt 70 € für jeden Monat, in dem berücksichtigungsfähige Kosten für einen Deutschkurs tatsächlich anfallen. Die notwendige Fahrt zum nächstgelegenen geeigneten Kurs wird zusätzlich übernommen.
Dürfen Zimmer und Essen vom Taschengeld abgezogen werden?
Nein. Unterkunft und Verpflegung werden dem Au-pair kostenlos bereitgestellt.
Wer bezahlt die Au-pair-Versicherung?
Die Gastfamilie schließt die Versicherung ab und bezahlt sie. Sie muss Krankheit, Schwangerschaft und Geburt sowie Unfall abdecken.
Wer bezahlt den Flug nach Deutschland?
In der Regel das Au-pair. Eine freiwillige Beteiligung der Gastfamilie sollte im Vertrag stehen.
Wie hoch ist das Mindestbudget für zwölf Monate?
Taschengeld und Sprachkurszuschuss ergeben zusammen bis zu 4.200 €. Mit Versicherung, Essen, Nebenkosten, Kursfahrt und Zusatzleistungen liegen die tatsächlichen Kosten höher.
Nächster Schritt: Melde dich bei Auost an und gehe zum Tab „Program“, um Kosten-, Versicherungs-, Vertrags- und Visuminformationen für deinen Aufenthalt zu prüfen.
Offizielle Quellen
Redaktioneller Hinweis: Regeln, Gebühren und Verwaltungspraxis können sich ändern. Maßgeblich sind die zuständige deutsche Auslandsvertretung, Ausländerbehörde und die offiziellen Programmhinweise. Dieser Artikel ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.