Warum ein einziges Gespräch nicht ausreicht, um eine Gastfamilie auszuwählen
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Warum ein einziges Gespräch nicht ausreicht, um eine Gastfamilie auszuwählen

Esther 10 Jul 2026 44 likes

Das erste Videogespräch verlief perfekt.

Die Eltern waren herzlich, die Kinder winkten in die Kamera und jede Antwort war beruhigend. Am Ende des Gesprächs schien ein Angebot fast sicher. Doch ein einziges, gut vorbereitetes Gespräch offenbart selten, wie der Alltag bei einer Gastfamilie wirklich aussieht.

Die Wahl der Gastfamilie beeinflusst, wo du wohnst, wie du arbeitest und ob du dich sicher, respektiert und integriert fühlst. Diese Entscheidung verdient mehr als nur ein sorgfältig vorbereitetes Gespräch. Mehrere Videogespräche helfen Au-pairs dabei, den Kommunikationsstil der Familie, die Erwartungen an die Kinderbetreuung und die täglichen Abläufe zu verstehen, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen.

Was ein zweites Gespräch offenbaren kann

Beim ersten Gespräch geben sich alle meist besonders viel Mühe, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Im Haus ist es ruhig, die Fragen sind vorhersehbar und oft übernimmt ein Elternteil den Großteil des Gesprächs.

Ein zweites Gespräch bietet oft tiefere Einblicke.

Du kannst beobachten, wie die Eltern miteinander kommunizieren, wie sich die Kinder an einem ganz normalen Nachmittag verhalten oder ob beide Elternteile dieselben Erwartungen haben. Kleine Details können verraten, ob die Familie organisiert, flexibel und respektvoll ist – oder ob sie sich einfach nur von ihrer besten Seite zeigt.

Fragen, die jedes Au-pair stellen sollte

Bevor du dich für eine Gastfamilie entscheidest, solltest du Folgendes fragen:

Wie geht ihr mit Meinungsverschiedenheiten um?
Wie genau sehen die Arbeitszeiten und die Aufgaben bei der Kinderbetreuung aus?

Welche Aufgaben im Haushalt soll das Au-pair übernehmen?

Wie werden Änderungen im Zeitplan kommuniziert?

Was passiert, wenn die Kinder krank sind?

Welche Hobbys haben die Kinder, und habt ihr als Eltern feste tägliche oder wöchentliche Verpflichtungen?

Arbeitet ihr beide Vollzeit, im Hybridmodell oder im Homeoffice?

Wo im Haus befindet sich das Zimmer des Au-pairs?

Diese Fragen sind nicht negativ gemeint. Sie schützen sowohl das Au-pair als auch die Gastfamilie vor späteren Missverständnissen.

Lerne die ganze Familie kennen.

Sprich nach Möglichkeit mit beiden Elternteilen, verbringe Zeit mit den Kindern und bitte darum, Kontakt zu einem aktuellen oder ehemaligen Au-pair aufzunehmen. Die Eltern können den Tagesablauf erklären. Die Kinder vermitteln dir ein Gefühl für die Atmosphäre. Ein ehemaliges Au-pair kann beschreiben, wie der Alltag nach der anfänglichen Eingewöhnungszeit aussieht. Eine vertrauenswürdige Gastfamilie wird Sie nicht zu einer sofortigen Entscheidung drängen. Sie wird weitere Fragen begrüßen, da ein sorgfältiger Auswahlprozess allen Beteiligten zugutekommt.

Eine gelungene Vermittlung beginnt mit ehrlicher Kommunikation, NICHT mit einem perfekten ersten Eindruck. Vereinbaren Sie mindestens sechs Gespräche, bevor Sie sich festlegen. Die richtige Gastfamilie fühlt sich auch dann noch richtig an, wenn das aufgesetzte Lächeln verblasst und das eigentliche Gespräch beginnt.

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