Mehr als nur ein Koffer: Die Geschichte, die jedes Au-pair mit sich trägt
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Mehr als nur ein Koffer: Die Geschichte, die jedes Au-pair mit sich trägt

Esther 7 Aug 2026 37 likes

Es sollte ein aufregender Neuanfang werden.
Eine junge Frau war weit gereist – in ein Land, in dem sie noch nie zuvor gelebt hatte –, bereit, bei einer Gastfamilie zu wohnen. Sie war voller Neugier und Hoffnung und freute sich auf das bevorstehende Abenteuer. Doch völlig unerwartet trieb ihr der bloße Anblick eines langen Halses Tränen in die Augen.

Nicht aus Angst, sondern weil er sie an Nila erinnerte – eine Giraffe, um die sie sich zu Hause schon seit ihrer Kindheit gekümmert hatte.
In diesem Moment vermischten sich Vorfreude und Heimweh – ein Gefühl, das viele Au-pairs kennen.
Au-pair zu werden, gilt oft als Beginn eines neuen Kapitels: Man lernt eine Sprache, erkundet ein neues Land und wird Teil einer neuen Familie. Doch auch wenn das stimmt, bringt jedes Au-pair seine ganz eigenen Lebenserfahrungen mit – Erinnerungen, Beziehungen, Traditionen und all die kleinen Dinge der Heimat, die es geprägt haben.

Manchmal tauchen diese Erinnerungen auf unerwartete Weise wieder auf.
Ein vertrauter Duft aus der Küche, ein Lied, das an zu Hause erinnert, ein Lieblingsgericht oder sogar etwas ganz Alltägliches kann plötzlich die Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen wecken.
Heimweh zu haben, bedeutet nicht, dass ein Au-pair seine Entscheidung bereut. Vielmehr spiegelt es oft eine tiefe Verbundenheit mit den Menschen und Orten wider, die man zurückgelassen hat. Vielleicht ist dies die berührendste Beschreibung von Heimweh: Es ist eine Erinnerung, die sich nach einer Umarmung sehnt.

Dies zu verstehen, kann während der ersten Eingewöhnungszeit sehr hilfreich sein. Für Gastfamilien sind das Schweigen oder die Stimmungsschwankungen eines Au-pairs nicht unbedingt Anzeichen für ein Problem. Oft gewöhnt sich die Person einfach nur an einen neuen Lebensrhythmus, während sie eine Flut neuer Eindrücke verarbeitet. Ein wenig Geduld, aufrichtige Neugier und eine einfache Frage wie „Möchtest du uns etwas über deine Heimatstadt erzählen?“ ...können dazu beitragen, dass sich das Au-pair gesehen und verstanden fühlt.
Auch für Au-pairs kann das Teilen dieser Erinnerungen ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Austauschs sein. Geschichten über Familientraditionen, Lieblingsspeisen, Haustiere aus der Kindheit oder Orte von besonderer Bedeutung schmälern die neuen Erfahrungen nicht – sie bereichern sie. Diese Geschichten ermöglichen es der Gastfamilie, den Menschen hinter der Rolle der Betreuungsperson zu sehen, und schaffen Gelegenheiten für gegenseitiges Lernen und Verständnis.

Die bedeutsamsten Momente des kulturellen Austauschs finden oft nicht während Sightseeing-Touren oder Sprachkursen statt. Sie ereignen sich am Esstisch, bei zwanglosen Gesprächen oder in jenen ruhigen, behaglichen Momenten, in denen man sich sicher genug fühlt, Einblicke in das Leben daheim zu gewähren.

Letztendlich bedeutet die Zeit als Au-pair mehr, als nur das alte Leben hinter sich zu lassen und ein neues Kapitel aufzuschlagen; es geht darum, die eigene, einzigartige Lebensgeschichte in das Zuhause einer anderen Familie einzubringen und zu entdecken, wie sich beides harmonisch miteinander verbinden lässt.

Schließlich kommen Au-pairs mit mehr als nur einem Koffer an.

Sie bringen ihre Erinnerungen, Traditionen, Freundschaften und die Menschen mit, die ihnen am Herzen liegen. Familien, die sich die Zeit nehmen, dies zu verstehen, erkennen, dass sie nicht nur ein Au-pair, sondern eine ganze Lebensgeschichte in ihrem Zuhause willkommen heißen.

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