Schnelle Unterstützung ist dringend – doch die ideal person zu finden konnte etwas daurend.
Vor Kurzem erzählte mir eine Bekannte, dass sie auf der Suche nach einem Au-pair sei.
Sie erklärte, dass sie keine Au-pair-Plattform nutzen wolle, weil ihr der Matching-Prozess zu lange dauere. Social-Media-Gruppen erschienen ihr schneller, und zwischen 50 und 100 Euro für Premium-Funktionen zu bezahlen, hielt sie nicht für notwendig.
Mein erster Gedanke war: Ich kann das verstehen.
Wenn eine Familie dringend Unterstützung braucht, kann sich jede Verzögerung unglaublich belastend anfühlen.
Zwischen Arbeit, Kinderbetreuung, Schulterminen und all den täglichen Verpflichtungen wünschen sich viele Eltern einfach so schnell wie möglich eine freundliche und zuverlässige Unterstützung.
Doch unser Gespräch brachte mich zum Nachdenken.
Ein Au-pair ist mehr als nur Kinderbetreuung
Ein Au-pair ist nicht einfach jemand, der gelegentlich auf die Kinder aufpasst.
Oft handelt es sich um einen jungen Menschen, der sein Zuhause, seine Familie, seine Sprache und seine vertraute Kultur verlässt, um Teil Ihrer Familie zu werden. Ein Au-pair erlebt Ihre hektischen Morgen, schwierige Momente der Kinder, gemeinsame Mahlzeiten, Schulwege, Lachen und Abendroutinen.
Eine solche Beziehung braucht Zeit.
Social-Media-Gruppen können schnell viele Rückmeldungen bringen. Doch eine schnelle Antwort bedeutet noch lange nicht, dass es auch das richtige Match ist.
Familien und Au-pairs brauchen Zeit, um offen über wichtige Themen zu sprechen:
Kinderbetreuungserfahrung · Sicherheit · Arbeitszeiten · kulturelle Unterschiede · Kommunikation · Aufgaben im Haushalt
Ein sympathisches Profil und ein einziges freundliches Gespräch reichen nicht aus, um wirklich zu wissen, ob es passt.
Würden Sie einen Kindergarten so schnell auswählen?
Ich bat meine Bekannte, sich vorzustellen, sie würde einen Kindergarten oder eine Schule für ihr Kind auswählen.
Die meisten Eltern möchten Fragen stellen, die Umgebung kennenlernen und sicher sein, dass ihr Kind dort geschützt, respektiert und gut begleitet wird.
Auch die Auswahl eines Au-pairs verdient diese Sorgfalt.
Das bedeutet nicht, dass jede Familie zwingend für eine Plattform bezahlen muss. Auch über kostenlose Social-Media-Gruppen können schöne und langfristige Verbindungen entstehen.
Strukturierte Profile, sichere Chats, Videoanrufe, Identitätsprüfungen und Matching-Tools können jedoch beiden Seiten dabei helfen, eine fundiertere Entscheidung zu treffen.
Was ein übereiltes Match wirklich kosten kann
Ein schnelles Match mag zunächst einfacher erscheinen. Doch wenn Erwartungen nicht zusammenpassen, entsteht schnell Stress für alle Beteiligten – besonders für die Kinder und das Au-pair.
Familien sollten außerdem ehrlich prüfen, ob sie auf die gesamten finanziellen Verpflichtungen vorbereitet sind. Dazu gehören unter anderem:
Taschengeld, Verpflegung, Unterkunft, Versicherung, Sprachkurszuschuss, Fahrtkosten und zusätzliche Haushaltsausgaben.
Meine ehrliche Meinung:
Eine Plattformgebühr von 50 bis 100 Euro sollte im Verhältnis zu der Verantwortung gesehen werden, einen Menschen in das eigene Zuhause aufzunehmen – und nicht lediglich als Gebühr für den Zugang zu Profilen.
Das richtige Match ist es wert, darauf zu warten
Das richtige Au-pair kann zu einem Menschen werden, an den sich Ihre Kinder noch viele Jahre erinnern. Es kann eine neue Sprache, andere Traditionen, Lachen und Wärme in Ihr Zuhause bringen.
Führen Sie deshalb lieber noch ein weiteres Videogespräch.
Stellen Sie auch die unangenehmen Fragen.
Sprechen Sie über ganz normale Alltagssituationen und nicht nur über die schönen Seiten.
Sie suchen nicht einfach nur Unterstützung. Sie heißen einen Menschen in Ihrer Familie willkommen.