Wenn deine Gastfamilie dein Piercing nicht mag
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Wenn deine Gastfamilie dein Piercing nicht mag

Esther 9 Oct 2026 0 likes

Stell dir vor, du ziehst ins Ausland, lebst dich bei einer Gastfamilie ein und hast das Gefühl, dass alles gut läuft. Doch plötzlich wird eine Kleinigkeit – wie etwa ein Piercing – zum Problem.

Genau diese Situation schilderte kürzlich ein Au-pair auf Reddit. Sie hatte bereits vor dem Kennenlernen ihrer Gastfamilie ein Septum-Piercing und hatte dies auch während des Auswahlprozesses erwähnt. Als sie es später offen trug, schienen sich die Gasteltern unwohl zu fühlen. Trotz des Versuchs, einen Kompromiss zu finden, bat die Familie schließlich um einen Wechsel (ein sogenanntes „Rematch“).

Das wirft eine wichtige Frage auf: Muss ein Au-pair sein Äußeres ändern, um es der Gastfamilie recht zu machen?

Persönlicher Stil versus Erwartungen der Familie
Das Leben bei einer Gastfamilie bedeutet, sich an einen neuen Haushalt, eine neue Kultur und neue Abläufe anzupassen. Es bedeutet jedoch nicht, die eigene Identität aufzugeben. Piercings, Tattoos und Frisuren sind persönliche Entscheidungen. Gleichzeitig haben Gastfamilien womöglich eigene Vorstellungen in Bezug auf das Erscheinungsbild.

Man muss sich nicht in allen Punkten einig sein. Entscheidend ist ein ehrlicher und respektvoller Umgang mit diesen Unterschieden. Wenn eine Gastfamilie Bedenken hinsichtlich sichtbarer Piercings oder Tattoos hat, sollten diese am besten schon vor Beginn des Aufenthalts angesprochen werden – und nicht erst, nachdem das Au-pair bereits eingezogen ist.

Was, wenn keine Seite einen Kompromiss eingehen will?
Manchmal kann ein klärendes Gespräch helfen. Vielleicht ist das Au-pair bereit, eine kleine Änderung vorzunehmen, oder die Gastfamilie erkennt, dass das Piercing eigentlich gar kein Problem darstellt. Ein Kompromiss sollte jedoch für beide Seiten tragbar sein. Ein Au-pair sollte sich nicht gedrängt fühlen, etwas zu ändern, das ihm wichtig ist, und eine Gastfamilie sollte nicht das Gefühl haben, eine Situation akzeptieren zu müssen, mit der sie sich wirklich unwohl fühlt.

Wenn keine Lösung gefunden werden kann, passen die Parteien womöglich einfach nicht zusammen. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine der Seiten „im Unrecht“ ist; es bedeutet lediglich, dass ihre Erwartungen unterschiedlich sind.

Wie können beide Seiten eine solche Situation vermeiden?
Für Gastfamilien: Kommuniziert eure Erwartungen klar während des Auswahlprozesses. Geht nicht davon aus, dass ein Au-pair sein Äußeres nach der Ankunft ändern wird.

Für Au-pairs: Geht offen mit sichtbaren Piercings oder Tattoos um und erkundigt euch nach Erwartungen der Familie, die euren Alltag betreffen könnten. Vor allem aber: Besprecht Unterschiede respektvoll. Ein einfaches Gespräch vor der Entscheidung füreinander kann spätere Enttäuschungen verhindern. Die richtige Übereinstimmung beginnt mit ehrlichen Gesprächen
Für einen gelungenen Au-pair-Aufenthalt müssen nicht alle gleich sein. Es kommt darauf an, dass man einander respektiert – auch wenn man unterschiedliche Vorlieben hat.

Wir bei Auost sind davon überzeugt, dass klare Erwartungen Au-pairs und Gastfamilien dabei helfen, eine für beide Seiten passende Lösung zu finden. Das Ziel ist es nicht, jemanden so zu verändern, wie man es sich vielleicht vorgestellt hat. Vielmehr geht es darum, jemanden zu finden, den man genau so willkommen heißen kann, wie er ist.

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